IST-Treffen in Mainz

Theresianum, Mainz, 6:43 – morgens, früh morgens

Gefühlte zwei Stunden Schlaf später (aber gar nicht so schlimm beieinander wie man meinen möchte) gebe ich auf, ziehe mich an und gehe Richtung Mensa. Ab sieben soll’s Kaffee geben, das macht Hoffnung. Ich muss heute unbedingt eine der Pausen nutzen, um mir in Mainz eine neue Thermarest zu besorgen; noch eine Nacht auf Beton mit Nadelfilz will ich mir nicht antun; das ist praktisch wie Durchmachen. Passende Adressen habe ich mir schon rausgesucht, aber vor 10 machen die natürlich nicht auf.

Also erst mal in der Mensa den Laptop laden und dabei Tagebuch schreiben; zudem (okay, ich geb’s zu) studiere ich nochmal die Steckbriefe der Teilnehmer, die im Treppenhaus angeklebt wurden (dabei haben wir mitgeholfen), um meinem katastrophalen Namensgedächtnis auf die Sprünge zu helfen und die netten Gesichter von gestern Abend mit einer Identität zu versehen.

Kurz nach sieben werden die heiß ersehnten Kannen mit Bohnenextrakt auf den Tisch gestellt, und der Tag bekommt langsam ein Gesicht – es ist ein noch frischer, aber sonniger, vielversprechender Morgen.

18:00 – der Kopf qualmt. Es war ein sehr intensiver Tag, an dem wir systematisch mit Informationen geflutet wurden. Nachdem ich mein Schlafdefizit mit kübelweise Kaffee kompensiert hatte, gab es… wow, ich musste gerade wirklich intensiv nachdenken, was ich vor gerade mal acht Stunden gegessen habe – ach ja, es gab Nürnberger Rostbratwürstl, Rührei, harte Eier – wahre Luxusküche, wie mir auch alle anderen bestätigten. Schon in aller Früh durfte ich in Dutzende Lagergeschichten eintauchen; großes Thema ist nach wie vor Korea. Um neun geht es los mit Morgenkreis im Freien, danach die erste Runde von vier halbstündigen Workshops. Beim Thema „Das Land Polen“ kann ich mein Wissen ein bisschen mit einbringen, schön! Workshops ohne Moderation, wo wir uns frei zum Thema unterhalten, wechseln immer ab mit Vorträgen, bei denen ich fleißig mitschreibe, z. B. „Leben und Arbeiten auf dem WSJ“.

Die Mittagspause nutze ich zuerst einmal, um Ersatz für meine geplatzte Matte zu besorgen. Per E-Roller sause ich in die Altstadt runter und lasse mich bei „Sine“, einem hervorragend sortierten Outdoor-Laden, gut beraten. Mit einer echten Thermarest mit winzigem Packmaß und einem neuen aufblasbaren Kissen mache ich mich auf den Rückweg, aber nicht, ohne noch einen schnellen Tradi-Geocache mitzunehmen. Auf die Cacherei wurde ich schon vor dem Frühstück angesprochen – cool, wie das hier mit den Steckbriefen funktioniert.

Der Rückfahrts-Roller hat kaum mehr Saft; auf der Steigung durch den Park gibt er den Geist auf, und ich muss das Vehikel noch zu einem legalen Stellplatz schieben. Zwei Straßen weiter wartet der nächste Scooter, den ich dann vor dem Gymnasium parke. Es stellt sich heraus, dass die Küchencrew ein bisschen spät dran war; ich entdecke Wuli am Kopf einer gewaltigen Warteschlange und begnüge mich mit einem gemischten Salat, für den man nicht anstehen muss; ist auch besser für die Figur, denn hier gibt es praktisch dauernd was zu essen. Derweil findet im Theresianum neben unserer „kleinen“ Veranstaltung auch noch ein Basar und eine Tagung für Eltern hochbegabter Kinder statt – die wissen, das Gebäude gut auszulasten!

Auf die Mittagspause folgt eine längere Infoveranstaltung in der Aula, bei der wir die wichtigsten Eckpunkte des Lagers erfahren; wir werden am Dienstag, 27. Juli 2027, in Gdansk erwartet, und bleiben bis zum 10. August. Wir lernen das Platz-Layout kennen – Kantenlänge viereinhalb Kilometer, das ist schon ein Brocken!

Danach weitere vier Workshops (besonders beeindruckend finde ich „Mental Health“ für uns ISTs), wir dürfen Ideen für den Namen und das Logo unserer IST-Gruppe zum Thema „süße deutsche Backwaren“ pitchen – mir gefällt eISTorte, und die KI wirft ein nettes Maskottchen aus, das ich unprofessionell auf das Plakat abkritzle.

In der Kaffeepause treffen wir uns zum „Regionencafé“; die ISTs treffen sich erst in Westernohe zum „KoLa“, dem Kontingentslager sämtlicher deutscher Teilnehmer wieder; bis dahin arbeiten wir in der Region Süd-West. Ganz vorsichtig rege ich an, dass wir doch eine weitere Telegram-Gruppe zur Organisation einrichten könnten; der Vorschlag wird auch gleich umgesetzt.

Dann brauche ich eine kleine Pause, während der ich den Tag Revue passieren und in den Blog tippen kann, das tut mir gut. Nun wollen wir mal sehen, ob ich noch einen Burger abstauben kann.